Heute konnte ich wieder einmal ein Gespräch im Kindergarten verfolgen, das mich nachdenklich gestimmt hat:
Laura nimmt ihr tolles Klapphandy aus der Kindergartentasche und sagt zu einem anderen Mädchen: "Du, ich ruf jetzt meine Freundin an". Steffi fragt: "Ist es ein Handy mit SIM - Karte?", worauf Laura meint "Sicher", und die Augen verdreht. Ich frage: "Wisst ihr eigentlich, was eine SIM - Karte ist?" Die Antwort: "Die kann man aufladen" - alles klar, was frag ich auch so blöd ;-)
Ich finde, dieses Gespräch der Kindergartenkinder zeigt deutlich, wie sehr das Medium Handy in unserer Gesellschaft integriert ist. Die Kinder wollen den Erwachsenen ähneln, deshalb ist es ihnen wichtig, dass das Handy nicht nur zum Spielen verwendet werden kann, sondern auch zum Telefonieren.
Eine Frage schließe ich gleich an: Wer lebt den Kindern vor, dass man überall erreichbar sein muss? Dass es ohne Handy einfach nicht mehr geht? Dass es ein "neues" Handy sein muss, mit vielen Funktionen und mit Stil?
Kindergespräche und Kinderspiele spiegeln gesellschaftliche Themen wider und halten uns Erwachsenen unser Verhalten deutlich vor Augen. Verständlich, dass Kinder nicht einsehen wollen, weshalb gerade sie kein Handy besitzen dürfen, wo es doch so notwendig ist.
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